Zeltpflege
Vorab einige Zeilen über das Material Baumwolle:
Dichtheit
Baumwolle ist nicht von vorne herein wasserdicht. Die relativ grobe Webung des Materials, die gerade für das ausgezeichnetes Klima im Zeltinneren sorgt, lässt viele Poren offen. Erst die Imprägnierung und das Aufquellen des Baumwollfadens schließt die Löcher und macht so das Zelt dicht. Es ist daher möglich, dass es bei einem neuen Zelt schon den einen oder anderen Regenguss braucht damit der Faden vollständig "aufgehen" kann.
Krumpfung
Baumwolle ist ein Naturprodukt, das sich durch unterschiedliche Witterungsbedingungen verändert. Um ein extremes Verziehen des Materials zu verhindern sollte man unbedingt bei Regen, die Abspannungen nachlassen und bei Sonnenschein oder bei Wind wieder stärker anziehen.
Die richtige Pflege beginnt bereits vor der Benützung des Zeltes!
Vor dem Campen...
- Eine Plane unter das/den Zelt/Zeltboden, verhindert die Verschmutzung und beugt Beschädigungen vor.
- Gerüstteile auspacken, nach beiliegender Gerüstskizze sortieren und zusammenstecken.
- Wir empfehlen nach dem Probeaufbau das Gestänge an den Steckstellen mit farbigem Klebestreifen zu markieren. So erleichtert man sich den Aufbau des Gerüstes.
Nach dem Campen...
- Beim Packen darauf achten, dass Gestänge und Heringe nicht den Zeltstoff beschädigen.
- Am besten getrennt verpacken und die entsprechenden Packsäcke dazu verwenden.
- Feucht verpackte Zelte unbedingt innerhalb 24 Stunden ausbreiten und trocknen. (Pilzbefall, Abnahme der Reißfestigkeit des Gewebes).
- Vor einer längeren Einlagerung des Zeltes die Zeltleinen und andere Kunststoffteile separat verpacken, da evtl. solche Teile auf die Imprägnierung negativ einwirken.
- Stahlrohr-Gerüste zur Lagerung leicht einfetten. Bei Wiederbenutzung Fettschicht entfernen.
- Lagerung des Zeltes und Gerüstes nur in trockenen Räumen.
Reinigung und Pflege der Gewebeteile
Zeltgewebe ohne Beschichtung:
Verschmutzungen werden am besten in regelmäßigen Abständen trocken ausgebürstet. Flecken werden durch Abwaschen mit der Hand beseitigt:
Es empfiehlt sich ein handelsübliches Feinwaschmittel (am besten ph-neutral wie z.B. Kernseife), Wassertemperatur handwarm. Mit klarem Wasser mehrmals nachspülen, trocknen lassen, mit Zeltimprägnierungsspray nachbehandeln.
Zeltgewebe mit Beschichtung:
Reinigung mit klarem Wasser und Schwamm. Bei starker Verschmutzung fettlösendes Spülmittel ins Wasser geben und/oder Kunststoffreiniger verwenden. In beschichteten Stoffen können durchscheinende Stellen auftreten (Lichtpunkte), auch solche Stellen sind wasserdicht, Reklamationen sind daher nicht notwendig.
Behandlung der Zeltgewebe bei Pilzbefall:
Ursache: Bei Pilzbefall - in der Regel als Stockflecken bezeichnet - handelt es sich um aktive Kulturen, die zum Leben und zur Vermehrung Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit benötigen. Jedes Zeltgewebe bietet - vor allem bei ungenügender Belüftung - diese idealen Vorraussetzungen. Zur Behandlung und Beseitigung von Stockflecken und Schimmel gibt es den sogenannten Anti-Schimmel-Spray. Die chemischen Wirkstoffe sind nicht umweltfreundlich. (Zahlreiche milde Wirkstoffe zeigten bisher jedoch nicht die gewünschte Wirksamkeit).
Reinigungsversuche mit organischen Lösungsmitteln (wie z.B. Benzin) beschädigen das Gewebe.
Insektenspray, Haarspray, Rauch, Feuer
Durch chemische Mittel aller Art kann die Imprägnierung leiden, Gaze- und Folienfenster können vergilben oder milchig werden.
Vom Rauch des Holzkohlengrills oder anderer offener Feuerstellen können Zeltgewebe und Plastikfenster stark in Mitleidenschaft gezogen werden. (Verfärbungen, Brüchigkeit und Undichtigkeiten sind die Folge).
Zeltnähte
Zeltgewebe-Nähte können (vor allem auch bei neuen Zelten) Feuchtigkeit "ziehen". Durch Aufquellen des Nähgarnes wird die Zeltnaht mit der Zeit dichter. Sollte es dennoch mit einer Naht Schwierigkeiten geben, so kann man das Problem mit einem Nahtdichter beseitigen.
Imprägnierung
Ein imprägniertes, wasserabstoßendes, nicht beschichtetes Zeltgewebe, das von außen beregnet wird, darf innen nicht berührt werden, weil es an den Druckstellen durchlässig werden kann. Zeltleinen und andere Kunststoffteile möglichst nicht längere Zeit mit dem imprägnierten Zeltgewebe zusammengelegt lassen, weil diese Teile evtl. die Imprägnierung vermindern können.
Gerüstpflege
Gestänge aus Stahlrohr kann rosten. Zur Rost-Entfernung empfiehlt sich, mit Drahtbürste oder Schmirgelpapier Körnung 60, das Rohr zu reinigen, mit Nitroverdünnung das Ober-Flächenfett zu lösen. Dann Rostumwandler auftragen, der den Rost in Eisenphosphat umwandelt. Beschichtete Rohre mit Eisenfarbe ausbessern, verzinkte Rohre mit Gold- oder Silberbronze ausbessern.
Reißverschlüsse
Bitte darauf achten, dass beim Aufbau und Abspannen des Zeltes alle Reißverschlüsse geschlossen sind. Seitenspannungen auf die Reißverschlüsse unbedingt vermeiden.
- Reißverschlussenden immer über Kreuz abspannen!
- Reißverschlüsse können anfangs etwas schwergängig sein. Ein wenig mit Kerzenwachs eingerieben gleiten sie besser. (Stearin fettet nicht)
- Niemals Gewalt anwenden, möglichst beide Hände beim Öffnen und Schließen der Reißverschlüsse verwenden. Darauf achten, dass kein Fremdkörper zwischen die Verzahnung gerät.
- Reißverschlüsse sind Verschleißartikel, für die Garantieleistungen nicht in Anspruch genommen werden können.
Leichtzelte
- Eine gute Zeltunterlage schützt den Zeltboden vor spitzen Gegenständen (Steine, Disteln, harte Gräser etc.) und erspart das oft ewig lange Schrubben des Bodens.
Wichtig: Die Zeltunterlage darf niemals über den Zeltboden hinausragen, da sonst bei Regen jede Menge Wasser unter das Zelt rinnt. - Das Zelt wenn möglich jedes Mal vor dem Einpacken trocknen.
- Hohe UV-Strahlung auf Dauer zerstört die Beschichtung eines Gewebes und kann den Stoff "mürbe" machen. Da hilft dann auch kein Imprägnieren mehr. Das Material lässt sich wie Papier zerreißen. Das Zelt daher nie in der prallen Sonne aufstellen, bzw. wenn kein Schatten vorhanden ist, mit einer einfachen, leichten Plane (Tarp) schützen.
- Grober Schmutz kann mit klarem Wasser und einem Schwamm entfernt werden. Eine ph-neutrale Seife kann etwas nachhelfen. Niemals scharfe Putzmittel verwenden, oder gar das Zelt in die Waschmaschine stecken!
- Die Nähte können von Zeit zu Zeit mit einem Nahtdichter abgedichtet werden.
- Für das Außenzelt gibt es spezielle Imprägniersprays bzw. -mittel zur Nachbehandlung. Dies ist aber erst nach langer Zeit notwendig.
- Sollte der Stoff wieder Erwarten einmal reißen, hat ein solides Klebeband schon manche Behausung wieder dicht gemacht. Bei kleineren Löchern oder Rissen empfehle ich auch das "Wundermittel" Seam Grip. Dieses Mittel sieht aus wie flüssiger "UHU", ist jedoch wesentlich stabiler und flexibler. Ich habe es sogar schon im Nahtbereich bei Abspannstellen eingesetzt - hält ausgezeichnet! Seam Grip kann auch zur Reparatur von Rucksäcken, High-Tech-Jacken oder z.B. Sandalen eingesetzt werden.
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