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Gestänge im Vergleich - Outdoor Tipp Nr. 04

 

Ein guter Teil des Gesamtpreises für ein Leichtzelt (egal ob Kuppel, Tunnel oder Geodät) steckt im Zeltgestänge. Da es Leichtzelte ab rund 50,- EUR bis jenseits von 1.000,- EUR gibt liegt auf der Hand, dass die Unterschiede beim Gestänge enorm groß sind. Derzeit werden als Material Fiberglas, Alu und Karbon eingesetzt. Hier ein Überblick was die einzelnen Materialien können.

 

Fiberglas
ist ein Epoxydharz und besteht aus langfaserigen Kunstfasern. Einfache, sehr preisgünstige Zeltmodelle besitzen hohle Glasfiberstangen, die durch einen Gummi verbunden sind, der das Zusammenstecken erleichtert. Verbindungshülsen aus Aluminium machen Glasfibergestänge an den Verbindungen dicker und erschweren das Einfädeln bei Zelten mit Gestängekanälen. Insgesamt sind Glasfiberstangen vergleichsweise bruchempfindlich. Sie splittern leicht und sind nicht so sturmstabil wie Aluminium- oder Karbongestänge. Im Vergleich zu seinen „Mitbewerbern“ ist Fiberglas das schwerste Material.

 

Aluminium
Aluminiumlegierungen werden sowohl für Gestängebögen als auch für Aufstellstangen verwendet. Sie sind leichter, steifer und stabiler als Glasfiber. Die Verbindungshülsen liegen innen, damit ist die Außenfläche glatt und „läuft“ perfekt in den Gestängekanälen. Bei kleineren Bögen mit engem Radius sind die Einzelsegmente vorgebogen, um die Bruchgefahr zu verringern.


Aluminiumgestänge gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitäten und Ausführungen. Die Nummerierung 7075 bezeichnet die Art der Legierung (relevant für Festigkeit und Steifigkeit), bzw. T9 die Art der Wärmebehandlung (Elastizität); die Skala reicht von T1 bis T10. In Korea gefertigte Gestänge (7001 T6) sind, wie die Gestänge europäischer Hersteller (7075 T6), von guter Qualität, die für viele Einsatzbereiche absolut ausreichend ist. Sehr hoch im Kurs steht Easton Alloy 7075 T9 und Featherlite 7001 T6. Während Easton sich durchs Material auszeichnet, bietet Featherlite hülsenlose Übergänge zwischen den Segmenten. Durch diese Technik wird es möglich, dass Gestänge-segmente unterschiedlicher Dimension verbunden und somit Steilheit der Seitenwände und Kopffreiheit gesteuert werden können.
Hochwertigere Gestänge sind durch Oberflächenbehandlung (Eloxierung, Lackierung) gegen Witterungseinflüsse und vor Korrosion geschützt. Durch die glattere Oberfläche gleiten sie besser in die Gestängekanäle und bei Kälte „kleben“ die Finger nicht fest.

 

Karbon                   
Nur eine kleine Anzahl an hochwertigen Zeltmodellen ist mit Gestängebögen aus Karbonfasern ausgestattet. Extreme Robustheit, Kälte- und Hitzebeständigkeit und bis zu 30% Gewichtsersparnis machen diese Gestänge zu den hochwertigsten am Markt.


Gestängebruch – was tun?
Bei Fiberglasgestängen können nur einzelne Segmente oder der komplette Bogen ausgetauscht werden. Da es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Längen von Gestängebögen gibt empfiehlt sich die Anschaffung eines Gestängesets in der richtigen Dimension: die defekten Segmente werden einfach ausgetauscht und der Rest dient als Reserve. Für die Tour empfiehlt die Mitnahme zumindest eines Ersatzsegmentes.

Bei Alugestängen geht es einfacher: bei den meisten Zelten zählt eine Reparaturhülse zum Standardzubehör. Diese wird einfach über die Bruchstelle gezogen und mit Klebeband befestigt – fertig!
 

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